Der Alkohol wird um so reiner, je langsamer man destilliert. Am reinsten wird er in einer Brennanlage mit Dampfrohr. Das sollte mindestens 59 cm lang sein. Es wird normalerweise mit asymmetrischen, kleinen Teilchen gefüllt, um die Dampfoberfläche möglichst groß zu gestalten. Der beim Erhitzen der Maische gebildete Dampf (überwiegend Alkohol) steigt in das Rohr auf, wird dort gekühlt und dabei wieder verflüssigt. Aufgrund der unterschiedlichen Siedepunkte kommt es im Rohr zu einer Trennung von Wasser und Alkohol. Man nennt diesen Vorgang Destillation. Am unteren Ende des Dampfrohrs ist die Temperatur wie im Kessel annähernd 100 °C; am oberen Ende wird sie mit Hilfe der Heizanlage auf 78 °C reguliert. Die Temperatur im Dampfrohr sinkt also kontinuierlich. Dabei wird das Wasser im Dampf kondensiert und fließt in den Kessel zurück, während der Alkohol, mit seinem vergleichsweise niedrigeren Siedepunkt, ohne zu kondensieren weiter wandert und erst beim Austritt aus dem Kühler, wieder verflüssigt wird.

Man kann das Dampfrohr weiter verbessern, indem man 2-3 dünne Rohre einbaut, durch die man kaltes Wasser leitet. Dadurch wird das Füllmaterial im Dampfrohr gekühlt, was wiederum eine äußerst effektive Trennung von Fuselöl und Alkohol zur Folge hat. Mit Hilfe der Strömungsgeschwindigkeit des Wassers kann man außerdem die Temperatur am oberen Ende des Dampfrohrs regulieren. Erhöht man den Wasserdurchfluss, sinkt die Temperatur und umgekehrt. Man kann so auch ohne stufenlosen Regelung der Heizanlage auskommen. Der Regler dient der groben Einstellung der Temperatur. Die Feinregulierung erfolgt mit Hilfe der Strömungsgeschwindigkeit des Wassers.

Die Destillation ist um so effektiver, je länger das Dampfrohr. Für den Heimgebrauch ist eine Länge von 59 cm ausreichend. Ein längeres Rohr bringt nur geringfügige Verbesserungen. Hinweis: ohne Kühler sollte die Länge des Dampfrohrs das zwanzigfache seines Durchmessers, aber mindestens 90 bis 120 cm betragen. Außerdem muss man es dann isolieren. Eine mit einem richtig dimensionierten Dampfrohr durchgeführte Destillation entspricht 8 Bränden ohne Dampfrohr.

Man erhält das beste Ergebnis, wenn Destilliertemperatur und Siedepunkt des Destillats übereinstimmen. Eine Mischung aus 95% Alkohol und 5% Wasser siedet bei 78,15 °C. Diese Temperatur wäre also beim Destillieren einzuhalten, wenn man einen maximalen Alkoholgehalt anstrebt.

Wir die Brennanlage mit einer elektrischen Kochplatte beheizt, kann man mit Vorteil einen stufenlosen Leistungsregler (Triak) zwischen Kochplatte und Stromnetz schalten. Damit wird die zugeführte Wärmemenge kontrolliert. Die Kochplatte kann auf maximale Leistung eingestellt werden. Allerdings sollte der Regler erst dann eingeschaltet werden, wenn das Dampfrohr bis zu einer Höhe von 15 cm heiß ist.

Ist eine Kühlung des Dampfrohrs bzw. seiner Füllung nur begrenzt möglich und die Leistung der Kochplatte nur gering, so ist die Brennanlage u. U. anfällig für Faktoren wie Zugluft, geöffnete Türen und Fenster etc. In solchen Fällen kann man, um die Destillation bei unveränderter Temperatur am oberen Ende des Dampfrohrs zu stabilisieren, die Strömungsgeschwindigkeit des Kühlwassers und die Wärmezufuhr beide geringfügig steigern. Am besten ist, jedoch, die Brennanlage an einem zugfreien Platz aufzustellen.

Die ersten Tropfen des Destillats (der Vorlauf) enthalten neben Acetaldehyd auch geringe Mengen an Acetal (einem mit Acetaldehyd verwandtem Produkt) und sog. Aromastoffe. Sie sind nicht giftig, haben aber einen unangenehmen Gesch mack. Der Vorlauf sollte daher verworfen werden.

Nachdem die Destillation abgeschlossen ist, läßt man die Anlage auskühlen und kippt dann den Inhalt im Brennkessel in eine Toilette. Die heiße Maische hat einen faulen Geruch. Während die Anlage auskühlt, darf man den Kessel auf keinen Fall verschlossen halten. Man achte auch darauf, dass bei aufgesetztem Dampfrohr die Verbindung von Außenluft zum Brennkessel nicht unterbrochen ist, z.B. weil der Schlauch, der die Vorlage bedient, blockiert oder geknickt ist. Andernfalls entsteht ein gefährliches Vakuum im Brennkessel. Ist er aus Glas, kann er implodieren. Ist er aus Edelstahl, wird er wie ein Hader zusammengeknüllt. Um das zu vermeiden, sollte nach abgeschlossener Destillation das Thermometer entfernt und die Verbindung zwischen Kessel und Dampfrohr immer getrennt werden, damit Luft in den Kessel gelangen kann.