1.

Die kristallklare Maische wird behutsam, ohne den Bodensatz aufzuschwemmen, mit einem Saugheber auf den Brennkessel gezogen. Der Brennkessel darf nicht randvoll gefüllt werden, weil die Maische beim Kochen expandiert. Eine lichte Höhe von mindestens 20 cm ist daher einzuhalten. Ggf. Antischaum hinzufügen.

 

2.

Die Brennanlage wird zusammengebaut und das Kühlwasser angeschlossen. Die Strömungsgeschwindigkeit muss nicht sehr hoch eingestellt werden. Die Destillation kommt, abhängig von der Menge des Brennguts und der Kapazität der Heizanlage, nach 1-2 Std. in Gang. Die ersten 20-40 ml Destillat sollten in den Ausguss entsorgt werden. Sie enthalten Nebenprodukte, wie Acetaldehyd, die während der Gärung gebildet worden sind. Am treffendsten können sie Duftstoffe genannt werden. Ihr Siedepunkt liegt bei 65°C. Sie sind völlig harmlos und man kann sie auch behalten, allerdings auf Kosten des Geschmacks.

 

3.

Jetzt wird die Temperatur oben am Dampfrohr eingestellt. Die Grobeinstellung erfolgt mit Hilfe der Heizanlage, die Feineinstellung mit Hilfe des Kühlwassers. Um perfekt Destillieren zu können, muss die Temperatur 0,1 – 0,2 °C unter dem Siedepunkt für Alkohol eingestellt werden. Aus praktischen Gründen sollten 78°C angestrebt werden. Sie muss unbedingt unter 80 °C liegen.

 

4.

Nach einer Brenndauer von 8-12 Std. ist es an der Zeit, den Vorgang abzubrechen. Den genauen Zeitpunkt erkennt man anhand der Temperatur oben am Dampfrohr. Entweder steigt sie; dann schaltet man bei 90 °C ab. Oder sie sinkt um 10 bis 20 °C (oder auch mehr) und kein Alkohol tropft mehr aus der Anlage, ein Zeichen dafür, dass die Temperatur und Brennanlage perfekt eingestellt waren. Alle Alkohol im Brenngut ist daher verdampft. Aus 22 l bis 25 l Maische sollte man 2 l bis 2,75 l Alkohol (90 bis 95%vol.) destillieren können (mehr bei mit Turbohefen vergorenen Maischen). Das entspricht 4-6 l einer 40-45% igen Spirituose. Näheres dazu im Kapitel über Turbohefe.

 

5.

Ehe die Anlage auskühlen darf, wird das Dampfrohr vom Brennkessel getrennt. Beim Auskühlen muss gewährleistet sein, dass Luft in den Kessel gelangen kann, weil sonst ein gefährliches Vakuum entsteht.

 

6.

Die ausgekühlte Maische wird in eine Toilette gekippt. Der Brennkessel wird ausgewaschen und das Dampfrohr vom oberen Ende her gespült. Die Waschlösung sollte ein geeignetes Spülmittel enthalten.